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Wildbienen-Häuschen (Stechimmen-Nisthilfen) Bienenhotel

Ein oft missverstandenes Thema

Im Folgenden erzähle ich Ihnen von meinen eigenen Erfahrungen mit den unterschiedlichen Materialien, die man beim Bau einer Nisthilfe verwenden kann. Sie erhalten also viele nützliche Tipps, falls Sie selber Hand anlegen möchten. Aber lassen Sie sich nicht täuschen, es stehen viele Stunden Arbeit vor Ihnen, die aber Spass macht!

Zum Thema Nisthilfen muss ich ein bisschen ausholen denn in wenigen Sätzen ist dieses heikle Thema einfach nicht zu erklären...

 

 

 

 

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Augen auf beim Kauf von Nisthilfen!

Die meisten im Grosshandel erhältlichen „Wildbienenhotels“ sind mit untauglichen Materialien gefüllt und überhaupt nicht auf die Zweckmässigkeit als Nistplatz für Wildbienen und Faltenwespen ausgelegt. Schon der Name sagt aus, wie wenig sich diese Hersteller mit dem Thema befasst haben. Mit Hotel hat solch eine Nisthilfe nämlich nichts zu tun. Eigentlich sind Namen wie „Stechimmen-Nisthilfe“ oder zumindest „Wildbienen-Nisthilfe“ angebrachter und korrekter. Bienenhotel, Bienenhaus.

 

Was absolut nicht in eine Stechimmen-Nisthilfe gehört: Oft sieht man in den im Grosshandel angebotenen Nisthilfen Bereiche, die mit Tannzapfen oder Stroh gefüllt sind. Damit kann keine Wildbiene etwas anfangen. Diese Materialen dienen einzig dem Zweck billig den Platz in der Nisthilfe zu stopfen. Bambus und gut gebohrtes Holz ist eben teurer...

Ebenfalls häufig zu sehen sind die gut gemeinten Kellerbodensteine oder Mauersteine mit grossen Löchern. Als Abwechslung für’s Auge oder zur Beschwerung einer Nisthilfe können solche Steine durchaus verwendet werden, jedoch ist es wichtig, dass scharfe Kanten aus den Löchern entfernt werden (Verletzungsgefahr für die Flügel) und dass man in all diese Löcher passende Bambusröhrchen steckt. Nur so können sie die Wildbienen als Nisthilfe verwenden! Die Steine allein wären untauglich.

Werfen Sie immer ein Auge in die Bohrungen der im Handel angebotenen Nisthilfen. Oft ist das Holz untauglich und schlecht gebohrt und im Inneren des Bohrganges stehen Splitter in alle Richtungen, oder es stehen spitze Nägel quer in den Gang oder versperren ihn ganz. Es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt...ich habe schon viel Unmögliches gesehen. Und dazu sind diese Angebote oft auch nicht gerade billig. Natürlich steht es jedem frei, zu kaufen was er will. Ich hoffe, mit meiner Info kann ich Sie ein wenig für dieses Thema sensibilisieren – den Wildbienen zuliebe.

 

 

 

 

 

 

 

 

Geeignete Materialien zum Bau einer Nisthilfe

Bambusröhrchen: sind sehr beliebt bei Wildbienen. Doch Vorsicht, zuschneiden mit einer Baumschere hat zur Folge, dass die Röhrchen splittern und Längsrisse bekommen – was sie als Nisthilfe unbrauchbar macht. Durch die Risse in der Wand ist die Brut ungeschützt und Parasiten haben ein leichteres Spiel. Es ist nicht zu verhindern, dass es durch Temperatur-u. Feuchtigkeitsschwankungen ab und zu zu Rissbildung in einigen Bambusröhrchen kommt. Am besten kontrolliert man die Röhrchen von Zeit zu Zeit und wechselt gerissene Bambus aus (falls sie bereits "bewohnt" sind, muss man gezwungenermassen bis nach dem Schlupf warten). Ebenfalls können Splitter am Eingang der Röhre die empfindlichen Flügel der Insekten verletzen, deshalb also abstehende Splitter entfernen!

Es gibt zwar diverse Insekten, die ihre Gänge selber in das Pflanzenmark von Stängeln fressen, aber meiner Erfahrung nach funktioniert dies wohl eher bei Brombeerranken oder Nachtkerzen, aber nicht bei Bambus. Vielleicht ist dessen Mark zu zäh. Jedenfalls habe ich über zwei Saisons beobachtet, dass die Bambus mit Mark in meiner Nisthilfe unbenutzt blieben, wobei die Bambus bei denen ich das Mark mit einer Feile entfernt hatte sehr beliebt waren. Kaum hatte ich die Verschmähten auch ausgefeilt, wurden sie besiedelt. Ich empfehle also jedem, die Bambusröhrchen welche Mark enthalten sauber auszufeilen (kleine Rundfeile).

Bambusröhrchen sägt man am besten so zu, dass man kurz hinter dem „Knoten“ absägt, so ist der Rückseitige Verschluss des Röhrchens gewährleistet. Hat man Röhrchen, die durchgängig sind, sollte man sie auf der Rückseite verschliessen. Bienen haben nicht gerne „Durchzug“ ;-) und auch hier geht es wieder um den Schutz der Brut.

=> Im Sommer sitzen die Bambusröhrchen relativ locker in der Nisthilfe und man könnte auf die Idee kommen, noch ein zwei Röhrchen mehr hinein zu stopfen. Doch Vorsicht, denn im Winter dehnen sich die Röhrchen wieder leicht aus! Sitzen sie zu eng, kann es zusätzlich zu Rissbildung kommen. Ersetzen von Röhrchen oder Zugabe von Röhrchen also am besten immer im Winter erledigen.

 

Holzblöcke, in die man verschieden grosse Löcher bohrt: sind ebenfalls sehr beliebt. Doch nicht jedes Holz ist geeignet! Am besten verwendet man trockenes Hartholz, z.B. Esche oder Buche. Optimal ist, wenn die Bohrungen von der Seite her vorgenommen werden, wo die Rinde am Baum gewachsen war (also nicht ins Kopfholz). Oft sieht man ganz normale Holzscheiter, die an der Kopfseite angebohrt sind. Wenn das Holz von oben her angebohrt wird, neigt die Faserung viel eher dazu bei feuchtem Wetter aufzuquellen, was bewirkt, dass sich die Fasern im Bohrgang splitterartig aufstellen und diesen für die Insekten unbrauchbar macht. Man darf nicht vergessen, wie viele Male eine Wildbiene ihre Niströhre aufsucht, vorwärts und rückwärts hinein und wieder hinaus muss, bis aller Proviant und die Eier untergebracht sind. Ihre empfindlichen Flügel leiden unter rauen Wänden und abstehenden Holzsplittern. Bei gut getrocknetem Hartholz mit entsprechender Bohrung von der Rinden-Seite her passiert dies viel weniger. Wie auch immer, Bohrungen ins Kopfholz können von Wildbienen trorzdem angenommen werden, sofern es sich um Hartholz handelt und man die Gänge wirklich gut ausbohrt. Doch wenn man die Wahl hat und eine Nisthilfe neu baut, dann empfehle ich, darauf zu achten und sich gute Holzblöcke in einer Sägerei zu besorgen. Bohrungen sollten in verschiedenen Durchmessern angebracht werden, z.B. 3-4mm für Löcherbienen und Scherenbienen, 5-8mm für diverse Mauerbienen.

 

Schilfmatten: können verwendet werden. Man muss sie jedoch mit einer sehr scharfen Baumschere zuschneiden, damit man die Halme nicht zerdrückt und somit unbrauchbar macht. Doch da es zahlreiche winzige Insekten gibt, die in sehr kleinen Gängen mit 3-4mm Durchmesser nisten, macht es durchaus Sinn, einen Teil der Nistmöglichkeiten in Form von Schilf anzubieten.

 

Strangfalzziegel: Sind sehr beliebt bei diversen Mauerbienenarten, aber leider heutzutage schwierig zu bekommen. Ich habe selber leider noch keine ergattern können. Falls man Glück hat und welche findet, sollte man daran denken, die Rückseite der Löcher zu verstopfen.

 

Für das Gehäuse der Nisthilfe sollte man möglichst witterungsbeständiges Holz verwenden. Bitte imprägnieren Sie es nicht mit den üblichen chemischen Mitteln oder Beize, denn für Bienen sind viele dieser Stoffe schädlich.

Eine natürliche Möglichkeit die Aussenseite etwas witterungsbeständiger zu machen ist Leinöl. Die Holzlasur von Oecoplan kann eine weitere Möglichkeit sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

Stechimmen (um alle Wildbienen und solitären Wespen gemeinsam zu nennen) benötigen eine Vielzahl von Hohlräumen, in denen sie erfolgreich nisten können. So wie die Grösse der Insekten variiert, müssen auch die Durchmesser der angebotenen Niströhren variieren. Übrigens nisten rund 70% der Arten im Boden – mit Ihrer Nisthilfe können Sie also nur eine geringere Anzahl Arten unterstützen. Einige davon sind aber sehr häufig im Siedlungsraum anzutreffen! Die im boden nistenden Arten können Sie jedoch mit entsprechender Gartenplanung unterstützen. Momentan kann ich Ihnen dazu auf dieser Seite keine Info anbieten, ich verweise auf die Fachbücher, die ich unter Links / Literatur aufgeführt habe. Darin finden Sie viele nützliche Tips von Experten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Standort der Nisthilfe

Die Nisthilfe sollte an einem geschützten und sonnigen Platz stehen. Sehr gut eignet sich dafür die Südseite des Hauses, oder auch die Ost-oder Südost-Seite. Optimal ist es, wenn die Nisthilfe von direktem Witterungseinflüssen geschützt steht, so dass sie also nicht vollem Regen ausgesetzt ist.

Grosse Nisthilfen sollten am besten etwas erhöht stehen, etwa 50cm ab Boden wären ideal. Kleinere Nisthilfen kann man an der Wand aufhängen. Nisthilfen sollten niemals frei hängend (pendelnd) aufgehängt werden.

Im Winter entdecken manchmal schlaue Meisen oder Spechte die Nisthilfe als Snack-Bar, denn für sie ist es ein Leichtes, die Nestverschlüsse aus Pflanzenmörtel oder die Schilfröhrchen aufzuhacken und die überwinternden Bienen zu fressen... Sollte man also schlaue Vögel haben, dann kann man die Vorderseite der Nisthilfe mit Hühnergitter oder einem Netz abdecken, welches man in etwa 10cm Abstand vor den Röhrchen anbringt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Pflege der Nisthilfe

Viele Wildbienenarten reinigen vorher benutzte Röhrchen selber, bevor sie erneut darin nisten. Andere Wildbienenarten nehmen früher benutzte Röhrchen nur ungerne oder gar nicht an. Es ist ein Wechselspiel, das sich meist gut von selber regelt.

Sie haben mit Ihrer Nisthilfe also sehr wenig zu tun und können sie ganz den Wildbienen überlassen.

Möchte man seine Nisthilfe jedoch besonders gut pflegen, kann man während der Wintermonate (ich empfehle Nov. bis Jan.) die verschmutzten, leeren Röhrchen ausputzen, damit sie im Frühling sauber und bereit sind. Dazu leuchtet man mit einer guten Taschenlampe ins Innere um festzustellen, ob das Röhrchen sicher bis zu hinterst “unbewohnt” ist => sehen Sie weiter hinten einen Nestverschluss aus Pflanzenmörtel oder Lehm, dann ist dort eine Brutzelle und die Röhre darf nicht gereinigt werden! Haben Sie jedoch ein hundertprozentig freies Röhrchen vor sich, können die Überreste der vorgängigen Brut entweder mit einem Bohrer der richtigen Grösse sorgfältig ausgebohrt oder mit einer Rundfeile ausgefeilt werden.

Aber vorsicht, beim Ausbohren nicht die Rückwand des Röhrchens durchbrechen! Alle Röhrchen und Bohrlöcher einer Nisthilfe sollten immer hinten verschlossen sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Bewohner der Nisthilfe

Mit Nisthilfen zieht man nicht nur Wildbienen an, sondern diverse Arten von solitären Faltenwespen und natürlich auch Nutzniesser aller dort nistenden Insekten, sogenannte Parasiten. Diese Bezeichnung ruft sofort etwas Negatives in uns auf. Ein Parasit! So etwas will man doch nicht! Doch dazu kann ich nur sagen, lesen Sie sich schlau und haben Sie keine Vorurteile. Viele dieser parasitär nistenden Insekten haben eine durchaus interessante und ausgeklügelte Lebensweise. Sie sind exakt auf ihren Wirt angepasst – und es sind oftmals ebenso wunderschöne Insekten, wie diejenigen, die wir direkt mit unserer Nisthilfe anziehen wollen.

HIER finden Sie Fotos einiger anderer Nutzer der Nisthilfe.

 

 

 

 

 

 

 

 

"S'Wildbienehuus" aus Eigenproduktion

Für eine Foto-Dokumentation zum Bau meiner im Shop erhältlichen Nisthilfen...Einfach hier klicken!

 

 

 

 

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