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Solitäre Lebensweise

Wildbienen werden auch Solitärbienen genannt. Ihre Lebensweise unterscheidet sich sehr von derjenigen der Honigbienen. Nur ganz kurz zu den Honigbienen: Honigbienen leben gemeinsam in einem Volk, jede Biene hat ihre Aufgabe und jede Biene ist auf ihre Weise mit für das Wohl und die Sicherheit des Volkes verantwortlich. Nur die Königin verpaart sich, legt Eier und sorgt somit für Nachwuchs. Gefüttert und gepflegt wird die Brut von Arbeiterinnen. Honigbienen produzieren Bienenwachs und Honig.

Ganz gegensätzlich leben Solitärbienen, denn sie sind ganz alleine für ihren Nachwuchs verantwortlich. Nach der Begattung beginnt jedes Weibchen eigenständig mit dem Bau seiner Nester und dem Versorgen der Brut mit Nahrung, ohne Mithilfe anderer Bienen.

 

 

 

 

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Der Lebenszyklus einer Wildbiene

(am Beispiel der Rostroten Mauerbiene)

 

 

 

 

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Die Männchen schlüpfen ein paar Tage vor den Weibchen. Ich komme später noch dazu, weshalb dies so ist. Diese frisch geschlüpften Männchen patrouillieren dann richtiggehend vor den Nisthilfen und warten darauf, dass die Weibchen zu schlüpfen beginnen. Sie leisten sogar aktiv „Geburtshilfe“, das heisst, sie suchen die Niströhren ab und helfen weiteren schlüpfenden Bienen nach draussen. Weibchen werden manchmal ungeduldig nach draussen gezerrt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Jedes Weibchen wird nur einmal begattet, dies ist ausreichend für die Befruchtung aller Eier die es in seinem recht kurzen Leben legen wird. Die Männchen müssen also bereit sein, um möglichst gleich nach dem Schlüpfen ein Weibchen zu ergattern! Oft stürzen sich mehrere Männchen gleichzeitig auf ein Weibchen, kaum dass es aus seinem Loch schlüpft. Die Paarung kann bis zu zwei Stunden dauern, die darauffolgende Kopulation nur ein paar Sekunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Gleich nach der Begattung beginnt das Weibchen mit der Suche nach einem geeigneten Nest für seine Nachkommen. Die Rostrote Mauerbiene ist sehr flexibel in der Wahl ihrer Nistplätze, doch sehr gerne nimmt sie hinten verschlossene Bambusröhrchen oder sauber gebohrte Holzblöcke mit Lochdurchmessern von 5-8mm und Tiefen von sicher mehr als 6 cm an (Optimal: Über 10 cm). In solchen Röhrchen legt sie dann ihre Brutzellen während der nächsten ca. 6 Wochen in Linienbauten an. Sie trägt zuerst den Proviant in mehreren Sammelflügen ein (ein Gemisch aus Pollen und Nektar) und legt danach ein Ei auf diesen Vorrat. Der Vorrat in jeder Zelle ist genau für die Ernährung von einer Larve ausreichend. Danach wird eine Trennwand aus Mörtel (Lehm mit Speichel vermischt) angebracht. Und weiter geht es mit Sammelflügen für die nächste Brutzelle, die gleich anschliessend an die erste gebaut wird. Je nach Länge der Bambusröhre können so einige Brutzellen in Linienbauten hintereinander angebracht werden. Am Schluss wird das Röhrchen mit einem Deckel aus Mörtel verschlossen.

Da ein Wildbienenweibchen für die Verprofiantierung einer Brutzelle etwa 40 Sammelflüge braucht, kann es während seines nur wenige Wochen dauernden Lebens auch bei guten Bedingungen nur 10-30 Brutzellen versorgen. Es erstaunt daher nicht, dass es für ein Wildbienenweibchen wichtig ist, die Nahrungsquelle möglichst nahe am Nistplatz zu haben, so dass es idealerweise nicht mehr als 150-300 Meter zurück legen muss. Je länger die Distanz desto grösser ist die Gefahr, dass das Nest von Parasiten befallen wird und natürlich kann es dann auch weniger Nachkommen versorgen, weil es für die Flüge zu viel Zeit aufbringen muss.

 

 

 

 

 

 

 

 

Befruchtete Eier entwickeln sich zu weiblichen, unbefruchtete zu männlichen Nachkommen. Die Biene kann dies bei der Eiablage steuern. Interessant und sehr durchdacht von Mutter Natur ist, dass die Brutzellen mit männlichen Nachkommen immer ganz am Schluss in die Niströhre gelegt werden. Zuerst werden also befruchtete Eier gelegt und am Ende noch unbefruchtete. Dies hat (wie ich oben bereits erwähnt habe) zur Folge, dass im Frühling die Männchen einige Tage vor den Weibchen schlüpfen und die kurz darauf schlüpfenden Weibchen dann empfangen können ;-)

Die Entwicklung vom Ei zur Larve geht sehr schnell, die Larve schlüpft bereits einige Tage nachdem das Weibchen das Ei auf den Vorrat abgelegt hat. Die Larve beginnt dann ihre Vorräte aufzufressen und entleert dabei ihren Darm, was man an den kleinen dunklen Kotbällchen, die später in der Brutzelle zurück bleiben, erkennen kann. Sie häutet sich in dieser Zeit einige Male. Ist alles aufgefressen, verpuppt sich die Larve im Kokon und entwickelt sich noch im selben Sommer innerhalb ihres Kokons zum Vollinsekt (Imago). So überwintert die Biene geschützt in ihrem Kokon, bis zum Schlupftermin im nächsten Frühling. Dann knabbern sie sich aus ihrem Kokon und ihrer Brutzelle und verlassen eine nach der anderen die Niströhre – eben, Männchen zuerst, Weibchen wenige Tage danach.

 

Um dies noch zu erwähnen: Bei anderen Bienenarten spinnt sich die Larve wenn sie den Vorrat aufgefressen hat in einen Seidenkokon ein, der aus Sekreten der Speicheldrüse besteht. In diesem Stadium überwintern die Larven mit stark herabgesetztem Stoffwechsel als sogenannte Ruhelarve oder Vorpuppe. Erst im Frühling geht die Entwicklung weiter, die Larven verpuppen sich und nach einem 2-3wöchigen Puppenstadium verwandelt sie sich zum geflügelten Insekt.

Relativ wenige Bienenarten überwintern als Vollinsekt in der Brutzelle. Diese Überwinterungsstrategie ist typisch für jene Arten, die bereits früh im Frühling schlüpfen und schon bei den ersten warmen Tagen bereit sein müssen ihr Nest zu verlassen, wie z.B. die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) oder die Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis).

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf die Fortpflanzung und Überwinterung anderer Bienenarten gehe ich hier im Moment nicht weiter ein. Teilweise schlüpfen sie noch im selben Sommer und paaren sich noch vor dem Winter, so dass die begatteten Weibchen dann an einem geschützten Platz überwintern. Es gibt viele komplexe Verhaltensweisen, je nach Bienenart. Ich empfehle Ihnen hierzu das sehr interessante Buch "Bienen Mitteleuropas" von Felix Amiet und Albert Krebs (siehe Links / Literatur).

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurz-Portraits diverser Wildbienen finden Sie HIER!

 

 

 

 

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